Mein Therapiehund


Der Therapiehund in der Besuchs- und Sozialpädagogischen Familienbegleitung
Mein Hund kann meine therapeutischen Ziele auf seine ganz spezielle Art unterstützten.
Er ist mein CO-Pädagoge und vermittelt zwischen den Kindern, der Umgebung und mir.
Charaktereigenschaften meiner Hündin
Suza ist eine sehr ruhige Hündin. Wenn sie jemand Neuem begegnet, ist sie anfangs zurückhaltend. Vorsichtig und langsam geht sie auf Menschen zu, ist freundlich, gutmütig und einfühlsam. Sie hat einen sehr guten Grundgehorsam.
Im Januar 2015 begann Suza mit der Ausbildung zum Therapiehund. Hierbei handelt es sich um ein bewährtes, angepasstes und reglementiertes Schulungsprogramm der Organisation «Therapiehund Bodensee» welches Suza und ich mit zwei praktischen und einer theoretischen Prüfung erfolgreich abschliessen konnten.
Gemeinsam als Therapiehund-Team haben wir bereits viele Hürden gemeistert.
Mit meinem Therapiehund Vertrauen lernen
Die meisten der Mädchen und Jungen die ich während einer Besuchsbegleitung oder währen der Sozialpädagogischen Familienbegleitung kennen lerne erlebten frühkindliche Traumatisierungen. Einige von ihnen leiden unter Bindungsstörungen, zeigen herausforderndes Verhalten, leiden unter Verlustängsten, waren nirgends mehr tragbar.» Weder in der Familie noch in der Schule. Eltern und Pflegeeltern kommen stark an ihre Grenzen.
Andere wiederum erlebten von klein auf seelische und körperliche Misshandlungen. Mit Eltern, die schlagen, drogen- oder alkoholsüchtig sind, das Kind sexuell missbrauchten oder im Gefängnis sitzen.
Jedes Kind trägt seinen eigenen «Rucksack».
Was viele als «Kuschelpädagogik» abtun, ist der Versuch, Kinder in schwierigen Lebenssituationen gemeinsam mit dem Therapiehund an die Hand zu nehmen, abzufangen und zu stützen.
Arbeitsweise
Mein Hund ist nie allein mit den Kindern im Zimmer.
In der Phase des gemeinsamen Kennenlernens ist der Hund immer an der Leine.
Nach einer Eingewöhnungs- und Kennenlernphase und immer in Absprache mit den Kindern darf der Hund sich im Zimmer auch frei bewegen. Der Einsatz des Hundes kann je nach Zielsetzung unterschiedlich sein und wird mit den Eltern abgesprochen,
Therapiehunde tragen keinen weissen Kittel, stellen keine Anforderungen und haben keine Erwartungshaltung. Sie nähern sich unvoreingenommen und akzeptieren jeden Menschen ohne Vorurteile. Sie schenken Vertrauen und sind auch vertrauenswürdig. Sie vermitteln Nähe, Sicherheit und Geborgenheit. Sie reagieren sensibel auf Stimmungen und Gefühle. Sie motivieren zum Leben. (Inge Röger-Lakenbrink)









Arbeitsfelder meines Therapiehundes
Konzentrationstrainer
Studien konnte nachweisen, dass Kinder in Gegenwart eines Hundes bei Gedächtnisübungen konzentrierter und weitaus weniger abgelenkter waren.
Integrationshelfer
Kinder, die sich schwertun auf Andere zuzugehen, haben kaum Probleme, sich dem Hund gegenüber zu öffnen. Er ist sozusagen ein sozialer Katalysator.
Türöffner
Ein Hund ist unvoreingenommen und wertet nicht. Dadurch begegnen ihm Kinder auf einer anderen Ebene und er kann zu verschlossenen oder schwierigen Schülern einen Zugang schaffen.
Verantwortungs und Selbstbewusstsein
Die Kinder lernen, für ein anderes Lebewesen verantwortlich zu sein. Diese Verantwortung stärkt nicht zuletzt auch das Selbstbewusstsein!
Stimmungsaufheller und Motivator
Die meisten Kinder freuen sich auf die Stunden mit dem Hund und sind motivierter.
Seelentröster
Hunde sind wunderbare Zuhörer, werten nicht und beruhigen.
Lehrassistent / Leseförderung
Der Hund wird in die Lerneinheit mit einbezogen. Kinder, die gerade erst lesen lernen oder sich damit schwertun, profitieren von dem aufmerksamem Hund und entwickeln "tierischen" Spaß am Lesen und Lernen
Respektvermittler
Sie werden feststellen (müssen), dass Ihre Kinder sich viel mehr Mühe geben, die Nerven des Hunds zu schonen als Ihre 😉
Hygiene im tiergestützten Einsatz
Tierärztliche Versorgung
Meine Hunde stehen unter der Kontrolle der achilles-vetclinic in Rossrüti und werden regelmässig geimpft, entwurmt sowie tierärztlich untersucht.
Für alle Eltern und Beteiligte sollte nachvollziehbar sein, dass ich meine Stunden die ich gemeinsam mit meiner Therapiehündin gestalte, stets gut vorbereite.
Aber auch nach den Einsätzen gibt es einiges für mich zu tun.
Nach einer Therapiehund-Stunde gehört in erster Linie immer eine lange Auszeit für meinen Hund.
Auch nach einem Einsatztag folgt ein absoluter chilliger Pausentag für den Hund, lediglich Spaziergänge im Wald, ansonsten nur schlafen, fressen und ausruhen sind an der Tagesordnung.
Oft passiert es, dass meine Hündin heftig und lautstark träumt. Das zeigt mir, dass auch sie im Schlaf viele Eindrücke und Sinneserlebnisse zu verarbeiten hat.
An diesem Tag ist gleichzeitig mein Bürotag.
Nachbereitung
Während Suza sich ausruht, besteht für mich die Nachbereitung meiner Stunden in der schriftlichen Dokumentation- wer, wo, was, wann, wie, Besonderheiten und was gut gelaufen ist oder was anderes gemacht werden könnte, wird von mir aufgeschrieben.
Aber auch wie sich die Stunde auf den Klienten ausgewirkt hat, wie auf mich, wie auf den Hund… wird von mir schriftlich dokumentiert.
Ist das soweit geschehen, kümmere ich mich um die Einsatzmaterialien. Diese werden von mir nach jedem Einsatz gereinigt, desinfiziert und aufgeräumt. Hundedecken, Gummibälle und Hundespielzeug drehen regelmässig in der Waschmaschine ihre Runden, Spiele, Bücher, Bausteine und vieles mehr werden mit Hygienetüchern gereinigt oder mit heissem Wasser gespült und getrocknet.
Für einen einstündigen Einsatz kommen somit locker noch 1,5 – 2 Stunden Vor- und Nachbereitung hinzu. Hätten sie das so vermutet?

Unser Nachwuchs



Cookie
Hunde sind Rudeltiere. Mein Junghund Cookie hat sich der älteren Hündin (sie ist der Rudelführer) zu beugen, und hat sich als Jungtier an die „Richtlinien“ der älteren Hündin zu orientieren.
Suza bringt der Jüngeren spielerisch, manchmal aber auch recht energisch, Sozialverhalten bei.
So schaut sich der Junghund viele Eigenschaften der alten Hündin ab. Genau das ist mein Ziel. Dies zu verstehen und richtig auszunutzen, bzw. einzusetzen, erleichtert die Grundausbildung und das spätere Training von Cookie die irgendwann Suza in der Arbeit als Therapiehund unterstützen soll.
Jetzt darf sie aber erst einmal unbeschwert ihr Junghundeleben geniessen, bevor sie mit ca. 2 Jahren ausgebildet wird.